Evangelische Religion

 

Am 31. Oktober 2017 jährt sich zum 500. Male der Thesenanschlag Martin Luthers in Wittenberg. Martin Luther ist bei vielen Menschen als großer Reformator bekannt geworden. Er hat mit seinem Reden und Handeln die Reformation der mittelalterlichen Kirche in Gang gesetzt und als besondere Leistung die Bibel in die deutsche Sprache übersetzt. Aber es gab im Leben dieses berühmten und mutigen Mannes auch viele Umbrüche und scheinbare Widersprüche.
Anlässlich dieses Jubiläums haben sich die Schüler der zehnten Klassen im Evangelischen Religionsunterricht mit dem Leben Martin Luthers beschäftigt. Dabei ging es besonders um seine Licht- und Schattenseiten. Folgende Themen wurden von den Schülern in Einzelarbeit bearbeitet:

1. Luther tritt ins Kloster ein und wird Mönch, später widersetzt er sich der kirchlichen Obrigkeit, kritisiert das Leben im Kloster und tritt wieder aus.
2. Luther lebt als Mönch von 1505 an 20 Jahre bewusst unverheiratet, später ändert er seine Meinung und heiratet 1525 die ehemalige Nonne Katharina von Bora, mit der er 6 Kinder bekommt und so das Familienleben im evangelischen Pfarrhaus als Vorbild prägt.
3. Luther spricht als Mensch im Mittelalter eine derbe und deutliche Sprache, durch die Bibelübersetzung ins Deutsche entwickelt er ein gebildetes Hochdeutsch, das zur einheitlichen deutschen Volkssprache wird und bis heute Bedeutung hat.
4. Luther zeigt Mut und Durchsetzungsvermögen, widersetzt sich der weltlichen und kirchlichen Obrigkeit, protestiert lautstark. - Zu Hause "regiert" seine Frau, die er liebevoll "Herr Käthe" nennt. Privat ist Martin Luther ein Mensch mit depressiven Charakterzügen.
5. Luther äußert sich in seinen Schriften zunächst sehr positiv über Juden, später wird er in den weiteren Veröffentlichungen zum regelrechten Judenhasser.
6. Luther kämpft für die geistliche Freiheit der Menschen, die Bauern missverstehen dies und rufen zum Widerstand gegen die Fürsten auf. Es kommt zu den Bauernkriegen mit vielen Todesopfern.

(Julia Koch)

 

(Malin Kromenius)

Die Schüler konnten zwischen Vorträgen, Plakaten oder Kunstprojekten wählen. Die Kunstprojekte sind im Eingangsbereich der Schule ausgestellt, sodass jeder sich ein eigenes Bild von den Arbeitsergebnissen machen kann. Es sind sehr kreative Werke entstanden. Neben vielen Bildplakaten, unter anderem auch ein Mobile und eine Licht-Installation. Bei diesem Projekt haben die Schüler und Schülerinnen Martin Luther von einer ganz neuen Seite kennen gelernt. Durch die unterschiedliche Form der Bearbeitung konnte jeder und jede die eigenen Fähigkeiten einsetzen, Kompetenzen erweitern und bekanntes theoretisches Wissen ergänzen. Eine gute Erfahrung!

(Fabian Sayn)

 

(Daniel Zimmermann)

 

 

"Ich hätte nie gedacht, dass man sich mit Menschen, die einem fremd und unbekannt sind, so gut verstehen kann! Ganz cool fand ich es, mit einem Flüchtling auf Englisch zur reden!"

Mit dieser positiven Rückmeldung beendeten wir am Tag der Offenen Tür das Projekt "Menschen auf der Flucht". Durch acht verschiedene Stationen konnten die Schüler etwas über die Situation von Flüchtlingen ("Flucht ist keine Urlaubsreise..."), Asylverfahren, persönliche Fluchterlebnisse und die verschiedenen Herkunftsländer lernen. Bei einer Malstation sollten sich die Kinder vorstellen, wie eine Insel des Friedens - ohne Krieg und Terror - aussehen könnte. Ein Computer-Spiel beschäftigte sich mit den Fluchterfahrungen eines Jungen aus Somalia.

Im Vordergrund stand aber die Begegnung mit vier Flüchtlingen aus Syrien und Pakistan, die mit ihren Betreuerinnen, Inge Rocco von der Katholischen Kirchengemeinde und Antje Bertsch von der Initiative Flüchtlinge in der Augst/Westerwald, zu Besuch gekommen waren. Mit viel Engagement bastelten sie an ihrem freien Tag mit den Schülern und Schülerinnen Windlichter, Wichtel und Perlen-Armbänder. Für alle war es ein sehr abwechslungsreicher Vormittag, an dem Schule einmal ganz anders erlebt wurde.

 

Als Abschluss des Projektes „Judentum“ hat der Evangelische Religionskurs der Klassen 7 a, b und e den jüdischen Friedhof in Montabaur besucht. Neben den Räumen der  ehemaligen Synagoge in der Wallstraße  und den „Gedenk-Stolpersteinen“ in der Stadt ist der jüdische Friedhof eine wertvolle Erinnerung an eine ehemals lebendige jüdische Gemeinde. Während des Unterrichtsganges kam es unter den SchülerInnen zu  lebhaften Gesprächen über das Leben der Juden in Montabaur – ihre Ansiedelung im 14. Jahrhundert und ihr tragisches Ende durch Mord oder Auswanderung in der Zeit des Nationalsozialismus. Der sehr naturbelassene und ohne Blumenschmuck auskommende Wald-Friedhof erstaunte alle. Auf der Suche nach der ältesten  und jüngsten lesbaren Grabinschrift wurden zwei Grabsteine aus den Jahren 1796 und 1939 entdeckt.

In Ergänzung zu den in den vergangenen Wochen erarbeiteten Informationen über die Religion der Juden und das Leben von Anne-Frank, war die kleine Exkursion wie das Eintauchen in eine andere Zeit und Welt, die sich in erreichbarer Nähe der Schule befindet. 

 

Mit einem festlichen Gottesdienst wurden die 5. und 6. Klassen am letzten Schultag in die Weihnachtsferien entlassen. Mitgewirkt haben die Bläserklasse 7be unter Leitung von Thomas Eberth und Schüler und Schülerinnen aus dem 6. Schuljahr, die im evangelischen und katholischen Religionsunterricht den Gottesdienst vorbereitet hatten. Inhaltlich ging es natürlich um die Geburt Jesu, die wir mit dem Weihnachtsfest feiern und die schon viele hundert Jahre zuvor vom Propheten Jesaja angekündigt worden war. Damals war diese Prophezeiung ein Hoffnungszeichen für die Israeliten, die in babylonischer Gefangenschaft lebten. Als Jesus dann in Bethlehem geboren wurde, erkannten die Israeliten in ihm die Erfüllung dieser Prophezeiung. Er war der  lang ersehnte Retter und Messias, der sie von der Unterdrückung durch die  römische Besatzungsmacht befreien würde. Die Hirten und die drei Weisen aus dem Morgenland beteten das Baby im Stall als Sohn Gottes an, der uns Menschen auch heute noch wie ein Licht in einer zunehmend dunkler werdenden Welt begegnen möchte. Wo wir freundlich, mutig, gerecht und liebevoll  miteinander umgehen, lassen wir sein Licht durch uns leuchten.


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