Evangelische Religion

Buß- und Bettag 2012

Zum Buß- und Bettag 2012 haben SchülerInnen der Klassen 7a, d und e mit ihrer Religions-Lehrerin Frau Mayer-Boucsein eine Ausstellung zum Thema „GEBET“ vorbereitet. Seit September beschäftigen sich die Jugendlichen auf ganz unterschiedliche Art und Weise mit dem BETEN. Ausgangspunkt war der Schulanfangsgottesdienst für die neuen 5. Klässler, den die Schüler und Schülerinnen der ehemaligen 6. Klasse im Evangelischen Religionsunterricht erarbeitet hatten. „Hoffnung für Bart Simpson“ lautete das Motto und er ging der Frage nach, ob Gott Gebet erhört. Bart Simpson jedenfalls konnte nach einem Stoßgebet – „da hilft nur noch beten“ – eine Wende seiner misslichen Lage erleben.

Zu Beginn des neuen Schuljahres ging es dann um verschiedene Gebetsarten wie Bitte, Dank, Tischgebete, Morgen- und Abendgebete etc. Welche Gebete sind uns noch aus der Kindheit bekannt? Bete ich selber ab und zu? Wie kann man eigentlich beten und macht es überhaupt Sinn, dies zu tun?

Es folgte das Kennenlernen des biblischen Psalmbuches und König David als Verfasser vieler Psalmen. Eine kreative Schreibübung des bekanntesten Psalmes 23 und das VATER UNSERS als wichtigstes Gebet der Christen schloss sich an. Da die Anne-Frank-Realschule inzwischen eine Schwerpunktschule geworden ist, lernte die Evangelische Religionsgruppe das VATER UNSER auch in Gebärdensprache.

Zum Abschluss dieses Projektes informierten sich die SchülerInnen über die Rolle des GEBETES in den vier anderen Weltreligionen. Wie beten fromme Juden? Was hat es mit den fünf Säulen des Islams und den Gebetsvorschriften auf sich? Welche Götter verehren die Hindus und beten Buddhisten eigentlich?

Die unterschiedlichen Zugänge zum Thema GEBET ermöglichten den Jugendlichen Kompetenzen in verschiedenen Bereichen zu erwerben. Ob es um Gruppenarbeit, Eigenstudium, Kreativität oder Diskussionen über die eigene Haltung und Gebetspraxis ging – das Projekt hat den SchülerInnen und ihrer Lehrerin viel Spaß gemacht.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt....

Am 1. Advent beginnt das Kirchenjahr. Es richtet sich nicht nach der Einteilung in Monate und Tage, sondern nach den Bezeichnungen der Sonntag und der christlichen Festtage im Laufe eines Jahres. Start ist also der 1. Sonntag im Kirchenjahr (= 1. Advent) und Ende der letzte Sonntag im Kirchenjahr (= Ewigkeitssonntag bzw. Christkönig-Sonntag (kath. Bezeichnung)). Advent heißt "Ankunft". Und so, wie man für einen freudig erwarteten Besuch das Haus putzt und das Gästezimmer herrichtet, bereiten sich die Christen aller Zeiten im Advent auf die Ankuft des Christkindes, auf die Geburt von Jesus Christus vor. Ursprünglich haben die Menschen diese Vorbereitungszeit durch Fasten und Beten begleitet. Davon ist nichts mehr übrig geblieben. Im Gegenteil: Mit Plätzchen, Lebkuchen, Glühwein, Schokolade im Adventskalender und Nikolausform vertreiben wir uns die Wartezeit bis Weihnachten eher genussvoll als enthaltsam.

Dennoch sind viele Bräuche lebendig geblieben, die an die Fest- und Feierzeiten des Kirchenjahres erinnern wollen. Der Lehrplan für evangelische und katholische Relgion befasst sich im 5. oder 6. Schuljahr mit der Entstehung und dem Inhalt des Kirchenjahres. Darüber hinaus ist es den Lehrkräften wichtig, klassen- und fächerübergreifend die unterschiedlichen religiösen Bräuche im Laufe des Kirchenjahres zu erinnern und zu feiern.

Auf dem Weg durch die Adventszeit kann man deshalb in der Anne-Frank-Realschule einige wichtige Brauchtums-Stationen finden. z.B.:

 

Den Adventskranz

Der Brauch, in der Adventszeit einen Kranz aufzustellen, ist noch ziemlich jung. Entstanden ist er im Jahr 1839 durch den evangelischen Pfarrer Johann Hinrich Wichern. Dieser leitete das "Rauhe Haus", ein Heim für Kinder und Jugendliche ohne Eltern, das sich in der Nähe von Hamburg befand und noch heute existiert.

Johann Wichern wollte seinen Waisenkindern mit einem Adventskranz zeigen, wie lange sie noch bis Weihnachten warten müssen. Dabei entwickelte er eine tolle Adventsidee: Er nahm das großes hölzerne Rad einer alten Kutsche und setzte 28 Kerzen darauf: 24 kleine rote und vier dicke weiße. Diesen Kerzenkranz hat er anschließend im Waisenhaus aufgehängt.


Die vier weißen Kerzen symbolisierten die Sonntage und die roten Kerzen die Werktage. Jeden Abend durfte eines der Kinder eine weitere Kerze anzünden. Am Sonntag vor Heiligabend brannten dann alle Kerzen, so dass der Raum in hellem Licht erstrahlte. Der selbst gebaute Adventskranz im Rauhen Haus hatte einen Druchmesser von ungefähr zwei Metern. Erst viele Jahre später wurde das Rad zusätzlich mit Tannenzweigen geschmückt.

1848 war Wichern an der Gründung der "Inneren Mission" der evangelischen Kirche beteiligt. Diese Mission kümmerte sich um Menschen, die dringend Hilfe brauchten. U.a. eben auch Kinder in Elend und Not. Der Adventskranz sollte ihnen in der Vorweihnachtszeit wieder Hoffnung geben.

Erst 1925 eroberte der Ring auch die katholischen Kirchen. Aus den ehemals 28 Kerzen wurden vier, da die meisten Bürger in ihren Wohnzimmern nicht den Platz für ein so großes Wagenrad hatten. So musste die Größe des Kranzes und die Anzahl der Kerzen schrumpfen. Übrig geblieben sind die vier Kerzen für die vier Sonntage in der Adventszeit.

 

Den lebendigen Adventskalender

Die Ursprünge des Adventskalenders lassen sich bis ins 17. Jahrhundert zurück verfolgen - der Adventskalender, wie wir ihn heute kennen, entstand aber erst am Anfang des 20. Jahrhunderts. Die ersten Formen kommen aus dem evangelischen Umfeld. So wurden in religiösen Familien im Dezember 24 Bilder nach und nach an die Wand gehängt. Eine einfachere Variante waren 24 an die Wand oder Türe gemalte Kreidestriche, von denen die Kinder täglich einen weg wischen duften. Weitere Formen sind die Weihnachtsuhr oder die Adventskerze, die jeden Tag bis zur nächsten Markierung abgebrannt werden durfte. Mit einem Kalender bis Weihnachten wurden zunächst die guten und schlechten Taten der Kinder aufgerechnet. In Klosterschulen war der Brauch verbreitet, die guten und bösen Tagen in Holzleisten einzukerben. Diese Kerbhölzer - daher kommt auch der heutige Ausdruck - dienten als Rechenschaft vor dem heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Kinder. Dieser war bereits im Mittelalter als Überbringer der Geschenke verbreitet, lange vor dem Weihnachtsmann. Entsprechend der Bilanz auf dem Kerbholz gab es dann eine Belohnung - oder eine Bestrafung.

Im Laufe der Zeit trat der Gedanke der Belohnung mehr in den Vordergrund. Da auch das Weihnachtsfest selber zum beliebtesten Fest bei den Kindern geworden war, galt es, die Wartezeit zu überbrücken. Dazu wurden die Tage gezählt und mit kleinen Überraschungen angereichert. Die früheste Form eines selbst gebastelten Adventskalenders stammt wohl aus dem Jahre 1851. Das erste gedruckte Exemplar eines Adventskalenders verdankt seine Existenz den Kindheitserinnerungen eines schwäbischen Pfarrerssohnes aus Maulbronn - Gerhard Lang (1881-1974). Seine Mutter zeichnete 24 Kästchen auf einen Karton - auf jedes war ein "Wibele", ein schwäbisches Plätzchen, genäht. Pfarrer Lang verzichtete auf die Gebäckstücke und verwendete stattdessen farbenprächtige Zeichnungen, die ausgeschnitten und auf einen Pappkarton fest geklebt wurden. 1908 verließ dieser erste, noch fensterlose Adventskalender die Druckerpresse. 1920 folgten dann die ersten Adventskalender mit Türchen zum Öffnen.

Dieses Jahr kann man in der Anne-Frank-Realschule ab 1. Dezember jeden Tag ein neues Adventsfenster am Schulgebäude bewundern. Jeweils in der 1. großen Pause wird ein Fenster geöffnet, das die einzelnen Klassen mit ihren Lehrer zu ganz unterschiedlichen Themen gestaltet haben.


Den Christbaum

Im Eingangsbereich des Schulgebäudes steht ein großer Weihnachtsbaum. Jedes Jahr wird der Christbaumschmuck von einer anderen Klasse gestaltet. Dieses Jahr waren es die Schüler und Schülerinnen der 5., 6. und 8. Klasse im Fach evangelische Religion.

Woher kommt der Brauch, einen Christbaum aufzustellen? Der Christbaum, wie wir ihn kennen, ist noch keine 400 Jahre alt. Schon immer aber war es Sitte, die düstere Winterzeit mit grünen Pflanzen als Hoffnung auf neues Leben und Kerzen als Hoffnung auf neues Licht zu schmücken. 1605 soll es einen mit Äpfeln geschmückten, aber noch kerzenlosen Weihnachtsbaum in Straßburg gegeben haben. Einen mit Kerzen und Kugeln geschmückten Baum kann man ab 1708 finden. Die erste elektrische Christbaumbeleuchtung legt man auf das Jahr 1882.

Am ersten Freitag des neuen Schuljahres fand ein ökumenischer Gottesdienst für alle neuen Schülerinnen und Schüler in der Klasse 5 statt. Der Gottesdienst wurde von Frau Mayer-Boucsein und Pfr. Steinke gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 6 und 8 vorbereitet. Im Anhang befindet sich ein Bericht.

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Diese Datei herunterladen (Bericht Gottesdienst Homepage.pdf)Bericht vom Gottesdienst am 20.08.2010 418 KB03-09-2010
Evangelische Religion
an der Anne-Frank-Realschule Montabaur

Lehrkräfte:
Pfr. Michael Dietrich
Margret Mayer-Boucsein

Oliver Mazarin



Als Lehrkräfte im Fach Evangelische Religion wollen wir die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 als heranwachsende Menschen in ihren unterschiedlichen Lebensbezügen ernst nehmen und sie begleiten. Der Religionsunterricht verfolgt dabei drei große Ziele:

Wer bin ich?

Wer ist Gott?

Was glaube ich?

Wie kann ich mit anderen verantwortlich zusammen leben?

Welche Hilfe bieten dabei biblische Regeln und Gebote?

Biblisch-

christlicher

Bereich


1. Zum einen geht es darum, den Jugendlichen eine Hilfestellung bei ihrer Suche nach sich selbst und ihrem eigenen Standpunkt zu geben. Im Rahmen der Sinnfragen „Wer bin ich?“/“Wohin gehe ich?“/“Gibt es Gott?“ wollen wir ein spezifisch christliches Angebot zur Identitätsfindung machen. Da die Schülerinnen und Schüler immer weniger Grundkenntnisse über elementare biblische Erzählungen mitbringen, wird hier ein Schwerpunkt auf das Kennen lernen dieser Quelle christlichen Glaubens und christlicher Werte gelegt. Bei der Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen im Zusammenhang mit den Bedürfnissen anderer, beim Aushalten und Lösen von Konflikten und bei der Übernahme von Verantwortung für das eigene Handeln begegnen wir biblischen Regeln und Geboten für das menschliche Zusammenleben und überprüfen sie auf ihr Gelingen.

Welchen Platz habe ich in der Gesellschaft?

Welche Verantwortung kann ich/muss ich übernehmen?

Alle Menschen sind vor Gott gleich:
Notwendigkeit, die Schöpfung zu bewahren und sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen.

Anthropolisch-

ethischer

Bereich

2. Die Heranwachsenden sollen ihre persönliche Verantwortung in der Gesellschaft sehen lernen, Verhaltensmodelle kennen lernen und bereits eigene Positionen beziehen. Dazu gehört auch die Bewahrung der Schöpfung und der Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt. Diese Aufgaben wollen wir gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern angehen und ansatzweise praktisch umsetzen.
Kennen lernen von nichtchristlichen Kulturen und Religionen. Was glauben die anderen?

Interreligiös-

interkultureller

Bereich

3. Als Drittes wollen wir im Religionsunterricht einen Beitrag zur allgemein menschlichen Bildung und Vernunftfähigkeit in der Gesellschaft leisten. Dazu gehört das Kennen lernen nicht-christlicher religiöser und weltanschaulicher Positionen, Toleranz gegenüber anders Denkender, aber auch die kritische Überprüfung von gesellschaftlichen Ansprüchen und Normen.

Diese drei Lernbereiche tauchen im Lehrplan der Stufen 5/6, 7/8 und 9/10 immer wieder auf. Inhaltlich überlappen sie sich teilweise und die Wiederholung von erworbenen Wissen und Erfahrungen wechselt mit neuen Lerneinheiten ab. Die einzelnen Unterrichtsthemen entnehmen Sie bitte der beigefügten PDF-Datei.


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Diese Datei herunterladen (20090125 eR Unterrichtsthemen 5.6.pdf)Unterrichtsthemen Kl. 5 und 6 15 KB25-01-2009
Diese Datei herunterladen (20090125 eR Unterrichtsthemen 7.8.pdf)Unterrichtsthemen Kl. 7 und 8 17 KB25-01-2009
Diese Datei herunterladen (20090125 eR Unterrichtsthemen 9.10.pdf)Unterrichtsthemen Kl. 9 und 10 16 KB25-01-2009
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