Evangelische Religion

Als Abschluss des Projektes „Judentum“ hat der Evangelische Religionskurs der Klassen 7 a, b und e den jüdischen Friedhof in Montabaur besucht. Neben den Räumen der  ehemaligen Synagoge in der Wallstraße  und den „Gedenk-Stolpersteinen“ in der Stadt ist der jüdische Friedhof eine wertvolle Erinnerung an eine ehemals lebendige jüdische Gemeinde. Während des Unterrichtsganges kam es unter den SchülerInnen zu  lebhaften Gesprächen über das Leben der Juden in Montabaur – ihre Ansiedelung im 14. Jahrhundert und ihr tragisches Ende durch Mord oder Auswanderung in der Zeit des Nationalsozialismus. Der sehr naturbelassene und ohne Blumenschmuck auskommende Wald-Friedhof erstaunte alle. Auf der Suche nach der ältesten  und jüngsten lesbaren Grabinschrift wurden zwei Grabsteine aus den Jahren 1796 und 1939 entdeckt.

In Ergänzung zu den in den vergangenen Wochen erarbeiteten Informationen über die Religion der Juden und das Leben von Anne-Frank, war die kleine Exkursion wie das Eintauchen in eine andere Zeit und Welt, die sich in erreichbarer Nähe der Schule befindet. 

 

Mit einem festlichen Gottesdienst wurden die 5. und 6. Klassen am letzten Schultag in die Weihnachtsferien entlassen. Mitgewirkt haben die Bläserklasse 7be unter Leitung von Thomas Eberth und Schüler und Schülerinnen aus dem 6. Schuljahr, die im evangelischen und katholischen Religionsunterricht den Gottesdienst vorbereitet hatten. Inhaltlich ging es natürlich um die Geburt Jesu, die wir mit dem Weihnachtsfest feiern und die schon viele hundert Jahre zuvor vom Propheten Jesaja angekündigt worden war. Damals war diese Prophezeiung ein Hoffnungszeichen für die Israeliten, die in babylonischer Gefangenschaft lebten. Als Jesus dann in Bethlehem geboren wurde, erkannten die Israeliten in ihm die Erfüllung dieser Prophezeiung. Er war der  lang ersehnte Retter und Messias, der sie von der Unterdrückung durch die  römische Besatzungsmacht befreien würde. Die Hirten und die drei Weisen aus dem Morgenland beteten das Baby im Stall als Sohn Gottes an, der uns Menschen auch heute noch wie ein Licht in einer zunehmend dunkler werdenden Welt begegnen möchte. Wo wir freundlich, mutig, gerecht und liebevoll  miteinander umgehen, lassen wir sein Licht durch uns leuchten.


Durch den Syrischen Bürgerkrieg leben inzwischen über 70.000 Flüchtlinge bei uns in Deutschland. Darunter sind auch viele Familien mit Kindern. Sie haben oft einen langen Weg hinter sich und traumatische Erfahrungen gemacht. Es ist ein längerer Prozess, bis diese Flüchtlinge als Asylbewerber mit Anspruch auf Deutschkurse, angemessenen Wohnraum und finanzielle Unterstützung anerkannt werden. Durch die immer höher werdende Zahl von Flüchtlingen sind die Behörden mittlerweile mit der Bereitstellung entsprechender Mittel und Möglichkeiten überfordert. Deshalb bemühen sich viele Vereine und Kirchengemeinden ehrenamtlich darum, dass die Kinder und Erwachsenen möglichst bald Deutsch lernen, um sich in unserem Land einleben und schnell Arbeit finden, bzw. in eine Schule gehen zu können.

Im Rahmen der Unterrichtseinheit „Kinder hier und anderswo“ unterstützen die evangelischen Schüler und Schülerinnen der 5. Klasse eine solche Initiative, in dem sie ein großes Paket mit Schreibheften, Stiften, Vokabelheften, Lesespielen und Malblöcken für Deutschkurse mit Syrischen Flüchtlingskinder in St. Georgen im Schwarzwald verschickt haben. Ein persönlicher Brief von jedem Schüler und verschiedene Süßigkeiten sollen den Kindern helfen, „ganz schnell wieder glücklich zu werden“ (Zitat aus einem Schülerbrief). Ihre Religionslehrerin, Margret Mayer-Boucsein, kann durch den persönlichen Kontakt zu einer Kollegin, die die Kurse selbst durchführt, garantieren, dass diese Hilfe tatsächlich dringend benötigt und auch ankommen wird. 

Einfach unglaublich und sehr professionell waren die Ideen, mit denen die Mitarbeiter der Katholischen Fachstelle für Jugendarbeit (KFJ) Westerwald/Rhein-Lahn vom 3. – 9.11.2014 Jugendliche ab 14 Jahren auf Themen des christlichen Glaubens neugierig machen wollten. Evangelische Schüler der Klassen 8a, 8c und 8f haben sich einladen lassen und mit ihrer Lehrerin, M. Mayer-Boucsein, am ersten Schultag nach den Herbstferien einige unglaubliche Erfahrungen in der Montabaurer Kirche St. Peter in Ketten machen können. Unter Anleitung von sechs Mitarbeitern hatten sie die Möglichkeit, drei verschiedene Wege mit je drei Stationen in der Kirche zu begehen. Sie durften z. B. in der Mitte des Kirchenschiffes durch die Luft schaukeln und dabei der Frage nachgehen: „Was schenkt Dir ein Gefühl von Freiheit“? Eine brennendes Feuer vor dem Altarraum erleben („Stell Dein Licht nicht unter den Scheffel…“) oder an einer anderen Station die Möglichkeit, „Selfies“, d. h. Schnappschussfotos, zu machen. Dazu konnten Utensilien wie ein Heiligenschein, Zauberstab oder Engelsflügel verwandt werden. „Welche Talente schlummern in mir, die noch keiner kennt?“ Videoclips, Computerpräsentationen, Fotos zum Ausdrucken, Bemalen von Schieferplatten („Was ist mir wichtig im Leben?“), ein Stück Stacheldraht zum Mitnehmen, Fische im Aquarium  („wo grenze ich mich selbst ein wie die Fische im Glas?“) und am Schluss die ermutigende musikalische Feststellung: „Es ist ein Privileg, das es Dich gibt und dass Du lebst. Du bist einfach wertvoll.“ Eine unglaublich lebendige und lebensnahe Erfahrung, die uns im Religionsunterricht noch eine Weile beschäftigen wird.

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