Sportunterricht einmal anders!

 

Wir werden sehr herzlich und locker empfangen. Alf, Clemens und Regina stehen uns an diesem Morgen außerhalb der Trainings- und Öffnungszeiten des Boxstudios „Boxclub Montabaur“ zur Verfügung und haben sich so Einiges einfallen lassen.

Noch schwant den Mädchen der Klasse 9e und 9f der Anne-Frank-Realschule plus nichts Böses, denn die Unterrichtseinheit TaeBo im Sportunterricht bei Frau Birnbach war ja auch nicht so anstrengend. Man hat sich mit Schlag- und Tritttechniken beschäftigt und auf Musik kam man schon mal ins Schwitzen, wie bei Billy Blanks.

Nun bot sich das nahe gelegene Boxstudio mit seinen acht Trainern und zwei Übungsleitern, darunter drei Frauen, wobei eine sogar den ersten Platz im Boxen des Landes Rheinland-Pfalz gemacht hat, zur Vertiefung und zum richtigen Kennenlernen des Boxsports an. […1]

 

[…1] Dabei ist ein Aspekt natürlich immer die Selbstverteidigung, die gerade bei Mädchen in diesem Alter ins Bewusstsein gerufen werden soll. Daneben, und das erkennt man an dem Trainingsablauf in unserem „Sportunterricht“ ganz schnell, ist Boxen eine Sportart, die viele Fähigkeiten anspricht: Technik, Taktik, Koordination, Reaktion, den Geist, also Konzentration wird auch großgeschrieben, und natürlich Ausdauer! Dabei ist es wichtig zu wissen, was man bei diesem Sport nicht erwartet, dass statistisch weniger Verletzungen als beim Fußball oder Handball auftreten. Ist ja eigentlich klar, denn zumindest im Training wird mit Schutzpolstern gearbeitet.

 

Kinder und Jugendliche lernen hier Disziplin! Das hört sich militärisch an, jedoch heißt das eher, dass schon viele, die als unkonzentriert und „auffällig“ abgestempelt wurden, sich im Boxstudio auspowern konnten und so gelernt haben, sich da, wo es darauf ankommt, zusammenzureißen.

Davon kann Clemens Piroth, der Inhaber des Boxclubs Montabaur, selbst erzählen. So fing seine Boxkarriere sozusagen an. 1973, im Alter von zehn Jahren, nahm ihn sein Cousin mit zum Karatetraining nach Montabaur. Da er gerade schulisch „auffällig“ war, sollte er einen sinnvollen Sport erleben. Tatsächlich hat sich Clemens schulisch gebessert und so seinen Ausgleich und Sport gefunden. Sieben Jahre vor Eröffnung seines eigenen Studios in Montabaur 1995, waren die Anfänge in Oberelbert in einem kleineren Studio. […2]

 

[…2] Alfredo Nierentz (Alf) bot uns nach nur einem Telefonat zwei Termine morgens, zu unserer Sportunterrichtzeit zum Training an. Neben seinem Berufsleben und sieben Kindern, trainiert er die jüngeren Schülerinnen und Schüler und organisiert verschiedene Aktionen für Kinder und Jugendliche.

So sind bereits so einige Projekte gestartet worden: Das Schulprojekt in Wirges „Boxen macht Schule“, Trainingslager in Österreich, Sommerfeste, Kinderzeltlagen und demnächst steht die Rheinland-Pfalz-Meisterschaft im Boxen an, die der Verein am Samstag, den 22.09.2012 ausrichtet. Regelmäßig finden Clubmeisterschaften statt. Neben dem klassischen Boxen trainiert der Verein auch das Kickboxen und für die ganz Erfahrenen kann man sich an das Muay-Thai-Boxen wagen. Dabei dürfen auch Ellenbogen und Knie eingesetzt werden.

Starke Schüler werden natürlich auch schon in der Erwachsenenriege gefördert. So eine Schülerin war auch Regina. Sie hat als Schülerin im Studio begonnen und macht derzeit die Ausbildung zur Übungsleiterin. So rücken immer wieder Übungsleiter nach, insgesamt sechs angehende Trainer.

Erkundigt euch doch nach den Trainingszeiten des Boxclubs in Montabaur auf der Homepage www.boxclub-montabaur.de.

Auf Wettkämpfen wird in Gewichtsklassen gekämpft, beim Training spielt das Alter jedoch keine Rolle. Die jüngsten Mitglieder sind fünf, die ältesten 59 und 52 Jahre alt. Der Männeranteil der Erwachsenen liegt bei 60%, wobei der Frauenanteil bei den Jugendlichen höher ist.

 

Zurück zu unserm Training. Nach anstrengendem und abwechslungsreichem Aufwärmtraining werden der „Kampfschrei“ und die Grundtechniken gelernt. Es ist toll, wie 18 Mädchen der Urschrei entlockt wird. Für das spezielle Training wurden zwei Gruppen gebildet. Es wurde halbstündig zwischen den coolen, aber auch bestimmten Lehrern Alf und Regina gewechselt. Dabei wurde einmal die Reaktion, das kräftige, schnelle Zuschlagen geübt und zum anderen die Kraft und Ausdauer durch das „Matten suchen“ oder „Fangen auf den Matten“ (Das bedeutet Strecksprünge, Liegestützen auf jeder Matte.) gestärkt. Echte Willenskraft haben die Mädels an den Tag gelegt, alle waren begeistert und sind zufrieden, jedoch auch kaputt in die nächste Unterrichtsstunde gegangen

Meine Sportgruppe ist gar nicht mehr wieder zu erkennen. Dass sie fleißig und auch ehrgeizig ist, wusste ich, aber dass sie über ihre Kräfte hinauswachsen und das ohne großartiges Stöhnen oder Murren, war schön anzusehen! Auch die Trainer lobten die Mädchen der 9. Klassen am Ende.

Wir freuen uns schon auf den kommenden Mittwoch!

 

 

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